AGB - Lagerkumpel.de

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Lagerkumpel.de

Stand: Januar 2026

§ 1 Geltungsbereich und Vertragsparteien

(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für alle Verträge zwischen Lagerkumpel.de, Inhaber Pascal Jan Bakker Am See 72 49770 Herzlake (nachfolgend „Auftragnehmer“) und seinen Kunden über Lagerung, Fulfillment, Versandabwicklung sowie sonstige logistische Dienstleistungen.

(2) Diese AGB gelten ausschließlich gegenüber Unternehmern im Sinne des § 14 BGB. Verträge mit Verbrauchern (§ 13 BGB) werden ausdrücklich nicht geschlossen.

(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, ihrer Geltung wird ausdrücklich und schriftlich zugestimmt.

§ 2 Vertragsgegenstand und Leistungsumfang

(1) Der Auftragnehmer erbringt insbesondere folgende Leistungen:

  • Warenlagerung (z. B. Palettenstellplätze, Regalfächer),
  • Warenannahme,
  • Fulfillment (Kommissionierung, Verpackung, Versandabwicklung),
  • optionale Zusatzleistungen nach gesonderter Vereinbarung.

(2) Warenannahme und Prüfungspflichten

  • Standard-Prüfung: Der Auftragnehmer prüft eingehende Sendungen ausschließlich auf äußerlich erkennbare Transportschäden der Verpackung sowie auf die Übereinstimmung der Packstückanzahl mit den Lieferpapieren. Erkennbare Schäden werden dokumentiert.
  • Erweiterte Prüfung (Qualitätskontrolle): Eine weitergehende Prüfung des Inhalts (z. B. Zählung von Einzelartikeln, Qualitäts-, Farb- oder Funktionsprüfung) erfolgt nur bei ausdrücklicher Beauftragung durch den Kunden und gegen gesonderte Vergütung.
  • Haftungsausschluss: Sofern keine erweiterte Prüfung vereinbart wurde, übernimmt der Auftragnehmer keine Haftung für verdeckte Mängel, Fehlmengen innerhalb verschlossener Verpackungseinheiten oder Abweichungen der Produktbeschaffenheit. Dies gilt nicht bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit des Auftragnehmers.

(3) Fulfillment & Versand

Die Versandabwicklung erfolgt auf Grundlage der vom Kunden übermittelten Daten. Für Lieferzeiten, Verzögerungen oder Leistungsstörungen der Versanddienstleister übernimmt der Auftragnehmer keine Haftung, sofern ihn hierbei kein Auswahl- oder Organisationsverschulden trifft.

(4) Adressdaten

Für Mehrkosten oder Nachteile, die aus fehlerhaften, unvollständigen oder nicht aktuellen Adressdaten entstehen (z. B. Rücksendekosten, erneuter Versand), trägt der Kunde die Verantwortung.

§ 3 Ausschluss bestimmter Lagergüter

(1) Von der Lagerung und dem Versand ausgeschlossen sind insbesondere:

  • leicht entzündliche, explosive, radioaktive oder sonstige gefährliche Stoffe,
  • Waffen, Munition und Sprengstoffe,
  • Betäubungsmittel, Drogen und illegale Substanzen,
  • verderbliche Waren, soweit diese Verderb, Gerüche oder Schädlingsbefall verursachen können,
  • lebende Tiere oder Pflanzen,
  • Waren, deren Lagerung oder Besitz gesetzlich verboten ist.

(2) Der Kunde haftet für sämtliche Schäden, Kosten und Folgeschäden, die durch unzulässige Lagergüter entstehen.

(3) Bei Gefahr im Verzug ist der Auftragnehmer berechtigt, entsprechende Waren auf Kosten des Kunden zu entfernen, unschädlich zu machen oder zu vernichten.

§ 4 Preise, Mindestumsatz und Zahlungsbedingungen

(1) Preise

Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Maßgeblich ist die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültige Preisliste des Auftragnehmers.

(2) Mindestumsatz (Fair-Use-Regelung)

  1. Es gilt ein monatlicher Mindestumsatz von 100,00 € netto.
  2. Der Mindestumsatz wird nur berechnet, wenn der tatsächliche Umsatz des Kunden aus Lagergeld, Pick-Leistungen und Zusatzservices in drei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils unter 100,00 € netto liegt.
  3. Ab dem dritten Monat sowie für jeden weiteren Monat unterhalb dieser Grenze ist der Auftragnehmer berechtigt, die Differenz zum Mindestumsatz zu berechnen.
  4. Wird der Mindestumsatz in einem Monat wieder erreicht oder überschritten, beginnt die Dreimonatsfrist erneut.
  5. Startphase: In den ersten drei Monaten nach Vertragsbeginn wird kein Mindestumsatz erhoben.

(3) Guthabenkonto (Prepaid)

  1. Der Kunde kann ein Guthabenkonto führen.
  2. Einzahlungen gelten als Vorauszahlungen auf künftige Leistungen; hierüber wird eine Rechnung mit Umsatzsteuerausweis erstellt.
  3. Forderungen werden automatisch mit dem vorhandenen Guthaben verrechnet.
  4. Das Guthaben wird nicht verzinst. Restguthaben werden bei Vertragsende ausgezahlt.

(4) Fälligkeit und Zahlungsart

  1. Zahlungsart: Ein Anspruch des Kunden auf Zahlung gegen offene Rechnung besteht nicht. Der Auftragnehmer ist berechtigt, Leistungen ausschließlich gegen Vorkasse oder über das Guthabenkonto zu erbringen, insbesondere bei Neukunden oder bei erkennbaren Bonitätsrisiken.
  2. Sofern Zahlung auf Rechnung gewährt wird, sind Rechnungen innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsdatum ohne Abzug fällig.
  3. Der Kunde stimmt der Rechnungsübermittlung auf elektronischem Weg (E-Mail als PDF) ausdrücklich zu.
  4. Bei Zahlungsverzug ist der Auftragnehmer berechtigt:
    • Verzugszinsen in gesetzlicher Höhe zu verlangen,
    • Leistungen zurückzuhalten (z. B. Versand- oder Leistungsstopp),
    • Waren bis zur vollständigen Zahlung zurückzubehalten.

§ 5 Mitwirkungspflichten des Kunden

(1) Der Kunde versichert, rechtmäßiger Eigentümer oder Verfügungsberechtigter der eingelagerten Waren zu sein.

(2) Der Kunde ist verpflichtet, alle für die Leistungserbringung erforderlichen Informationen vollständig, korrekt und rechtzeitig bereitzustellen.

(3) Verpackungsgesetz

Der Kunde versichert, dass er seinen gesetzlichen Verpflichtungen nach dem Verpackungsgesetz (insbesondere Registrierung im LUCID-Register und ordnungsgemäße Lizenzierung) nachkommt. Der Auftragnehmer ist nicht zur Prüfung dieser Verpflichtungen verpflichtet und übernimmt keine Haftung für Verstöße des Kunden gegen das Verpackungsgesetz.

(4) Zoll und Einfuhr (Drittstaaten)

Anlieferungen aus Nicht-EU-Staaten müssen zwingend unter der Frankatur DDP (Delivered Duty Paid) erfolgen.

Der Auftragnehmer verauslagt keine Zölle, Einfuhrumsatzsteuern oder Abfertigungsgebühren. Sendungen mit Zahlungsforderungen bei Anlieferung werden nicht angenommen.

Sollte der Auftragnehmer ausnahmsweise dennoch Kosten verauslagt haben oder als Importeur in Anspruch genommen werden, hat der Kunde diese Kosten zzgl. einer Bearbeitungsgebühr unverzüglich zu erstatten und den Auftragnehmer von sämtlichen Ansprüchen freizustellen.

(5) Anlieferungsvorgaben

Anlieferungen müssen eindeutig dem Kunden zuordenbar sein. Nicht zuordenbare Sendungen können abgelehnt oder kostenpflichtig eingelagert werden.

§ 6 Haftung

(1) Der Auftragnehmer haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit sowie für Schäden, die auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruhen.

(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Auftragnehmer ausschließlich bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten).

(3) Haftungsbegrenzung

Soweit die Haftung nicht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruht, ist sie auf den bei Vertragsschluss typischerweise vorhersehbaren Schaden begrenzt.

Als Orientierung gilt – soweit im Einzelfall nichts anderes vereinbart ist – maximal der Netto-Auftragswert der letzten drei Monate vor Schadenseintritt.

(4) Keine Warenversicherung

Der Auftragnehmer unterhält keine Sachversicherung für die eingelagerten Waren des Kunden. Die Einlagerung erfolgt insoweit auf Risiko des Kunden, als kein Versicherungsschutz durch den Auftragnehmer besteht. Der Kunde ist verpflichtet, eigenständig für ausreichenden Versicherungsschutz zu sorgen.

§ 7 Pfandrecht nach HGB

(1) Dem Auftragnehmer steht für alle Forderungen aus dem Lagervertrag ein Pfandrecht an den eingelagerten Waren gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) zu.

(2) Bei Zahlungsverzug ist der Auftragnehmer nach vorheriger Ankündigung berechtigt, die Ware zu verwerten. Ein Erlös wird mit offenen Forderungen verrechnet.

§ 8 Vertragslaufzeit und Kündigung

(1) Der Vertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.

(2) Sofern nichts anderes vereinbart ist, beträgt die Kündigungsfrist 1 Monate zum Monatsende.

(3) Das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn der Kunde mit Forderungen in Höhe von zwei Monatsbeträgen in Verzug ist.

§ 9 Höhere Gewalt

Ereignisse höherer Gewalt (z. B. Naturkatastrophen, Streiks, behördliche Maßnahmen, Pandemien), die die Leistungserbringung wesentlich erschweren oder unmöglich machen, entbinden den Auftragnehmer für die Dauer der Störung von seinen Leistungspflichten.

§ 10 Datenschutz

Der Auftragnehmer verarbeitet personenbezogene Daten des Kunden ausschließlich im Rahmen der geltenden Datenschutzgesetze, insbesondere der DSGVO. Weitere Informationen ergeben sich aus der Datenschutzerklärung auf der Website des Auftragnehmers.

§ 11 Schlussbestimmungen

(1) Es gilt ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland.

(2) Gerichtsstand ist – soweit gesetzlich zulässig – der Sitz des Auftragnehmers.

(3) Sollte eine Bestimmung dieser AGB unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.